@heinzi-Lindenstrasse-Fan-Forum
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Autor Thema: Trauerthread Privat  (Gelesen 47568 mal)
Philo
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« Antworten #550 am: 05 Januar 2019, 15:16:21 »

Miracoli, herzliches Beileid.

Zumindestens musste er nicht lange leiden.
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Lindenstraße darf nicht enden!

Autor Thema: Trauerthread Privat(Gelesen 47568 mal)
Miracoli
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« Antworten #551 am: 05 Januar 2019, 15:45:36 »

Danke nochmal.

Ja, wenn das Wochen oder Monate so weiter gegangen wäre - keine schöne Vorstellung, weder für uns und schon gar nicht für ihn.

So ist es auch hart - aber unter den Umständen noch das kleinste Übel sozusagen.

Viele im Umfeld mussten wesentlich früher gehen - wenigstens ein schwacher Trost.
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Autor Thema: Trauerthread Privat(Gelesen 47568 mal)
D21
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« Antworten #552 am: 05 Januar 2019, 16:45:12 »

Nun muss ich hier doch früher schreiben als erwartet: kurz nach meiner Bemerkung im Meinereiner ist mein Stiefvater gestern Nachmittag gestorben.

Herzliches Beileid, Miracoli.
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"Wir müssen alle miteinander klar kommen." (Iris Brooks, 7. Mrz. 2019)

Autor Thema: Trauerthread Privat(Gelesen 47568 mal)
EdnaKrabappel
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« Antworten #553 am: 05 Januar 2019, 22:13:40 »

Miracoli, mein ganz herzliches Beileid für Dich und Deine Mutter. Ich wünsche Euch viel Kraft und dass Ihr Euch gegenseitig Trost geben könnt.
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Autor Thema: Trauerthread Privat(Gelesen 47568 mal)
Greg
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« Antworten #554 am: 06 Januar 2019, 11:42:06 »

Meine Anteilnahme, Miracoli.
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Autor Thema: Trauerthread Privat(Gelesen 47568 mal)
Miracoli
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« Antworten #555 am: 06 Januar 2019, 12:56:38 »

Danke nochmal.
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Autor Thema: Trauerthread Privat(Gelesen 47568 mal)
Eisblume
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« Antworten #556 am: 07 Januar 2019, 15:41:38 »

Miracoli, auch von mir noch meine herzliche Anteilnahme.
Ich wünsche Dir und Deiner Mutter alles Gute für die kommmende Zeit.
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It's not a bug, it's a feature...

Autor Thema: Trauerthread Privat(Gelesen 47568 mal)
doozer
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« Antworten #557 am: 07 Januar 2019, 22:11:08 »

Liebe Karottensalat, ich drück' dich mal ganz fest.
Lieber Miracoli, ich drück' dich mal ganz fest.


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Da war ich froh.

Autor Thema: Trauerthread Privat(Gelesen 47568 mal)
Hamlet
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« Antworten #558 am: 18 April 2019, 23:01:10 »

Der Jan blitzt jetzt bei Gewitter.

https://www.facebook.com/jan.klug.offermann

So ein Mist aber auch!
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«--- Dös is doch die reinste Bananenfabrik! ---»

Autor Thema: Trauerthread Privat(Gelesen 47568 mal)
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« Antworten #559 am: 03 Juni 2019, 23:29:37 »

Vor anderthalb Wochen hat sich die Mutter eines sehr guten Freundes von mir umgebracht.
Bei dem Freund handelt es sich um denjenigen, der Ende 2017 für vier Monate zusammen mit mir in Köln gewohnt hat. Spätestens zu dieser Zeit verstärkten sich die Depressionen bei der Mutter und sie hatte zu der Zeit auch schon mal mit Tabletten versucht, sich das Leben zu nehmen. Nach mehrwöchigen stationären und ambulanten Klinikaufenthalten war sie wieder stabiler, aber in letzter Zeit war es wohl wieder schlimmer geworden. Auch wenn die Familie um das gewisse Risiko wusste (sie konnten sie ja nicht permanent irgendwo einsperren oder überwachen), war der Suizid jetzt ein Schock: Nachdem der Mann morgens zur Arbeit gefahren ist und eine der beiden Töchter (Anfang 30) mit ihr im Haus war, ist sie in einem unbeobachteten Moment aus einem der oberen Fenster gesprungen. Ich selbst war am Vorabend noch kurz im Haus, weil ich ihrem Mann etwas vorbeigebracht habe. Das ist alles so schlimm und tragisch. Im Oktober hätte sie ihren 60. Geburtstag gefeiert. Heute hat die erste und bislang einzige Enkelin ihren vierten Geburtstag. Und vor gerade einmal acht Wochen hat der jüngste Sohn der Familie (26) seinen Lebenspartner geheiratet, was wir noch groß gefeiert haben.

Es macht mir nochmal deutlich, wie heimtückisch Depressionen sein können. In der Familie gibt es absolut nichts, was dafür ein Anlass sein könnte: Keine Probleme im finanziellen, gesundheitlichen, zwischenmenschlichen Bereich oder Ähnliches, im Gegenteil: Bis die Depressionen stärker wurden, war sie eine lebenslustige und äußerst gastfreundliche Frau. Manchmal war es mir schon peinlich, wie oft wir mit dem Chor abends bei der Familie zusammengesessen und gefeiert haben.

Am vergangenen Freitag fanden Requiem und Beerdigung mit hunderten Leuten statt, wir haben natürlich gesungen. Das war alles sehr ergreifend und würdevoll. Sehr schön fand ich, dass beim anschließenden Trauerkaffee die Stimmung nicht erzwungen-fröhlich, sondern authentisch-gelöst war. Ganz genauso, wie sie es sich sicherlich gewünscht hätte.
« Letzte Änderung: 03 Juni 2019, 23:33:22 von hanswurtebrot » Gespeichert

Autor Thema: Trauerthread Privat(Gelesen 47568 mal)
salessia
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« Antworten #560 am: 04 Juni 2019, 00:01:17 »

Oh Mann, das weiß man gar nicht, was man sagen soll.

Ich glaube, man kann sich absolut nicht vorstellen, wie sich eine Depression anfühlt, wenn man sowas noch nie hatte. Furchtbar...

Ich musste jetzt an den Film über Hape Kerkeling denken.
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Autor Thema: Trauerthread Privat(Gelesen 47568 mal)
Alena
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« Antworten #561 am: 04 Juni 2019, 07:08:58 »

Da ergeht es mir wie Salessia: man weiß nicht, was  man da sagen soll... Sowas ist einfach schlimm....
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Autor Thema: Trauerthread Privat(Gelesen 47568 mal)
Malke
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« Antworten #562 am: 04 Juni 2019, 09:53:59 »

Und wenn man so aufwächst, dass sich das ganze Leben um einen depressiven/bipolaren Elternteil dreht, wenn man in permanenter Angst lebt, dass derjenige sich was antut (und er es auch x-Mal versucht), dann ist das wirklich eine üble Sache.

Nicht ich, aber jemand, den ich schon sehr lange kenne. Einer der Söhne dieser Familie hat das so wenig verkraftet, dass er früh das Elternhaus verließ, den Kontakt zur Familie total abbrach und überall erzählt, er habe gar keine Angehörigen mehr. Seine eigenen Kinder wissen nichts von Großeltern, Onkel, Tante, Vettern, Cousinen ... Wie das rauskam, ist wieder eine Geschichte für sich.

In diesem Fall ist es 10 Jahre her, dass der Vater Suizid begangen hat. Und meine Bekannte sagt, es hat fünf Jahre gebraucht, bis sie nicht mehr jedes Mal panisch zusammengezuckt ist, wenn das Telefon geklingelt hat.

Der Vater hatte therapeutische Hilfe, aber ist trotzdem so ausgegangen.
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Autor Thema: Trauerthread Privat(Gelesen 47568 mal)
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« Antworten #563 am: 04 Juni 2019, 10:30:28 »

Schlimme Sache - und wenn man hilflos zugucken muss.

Psychische Krankheiten sind nicht zu unterschätzen - gibt es das häufiger, Depressionen ohne von außen ersichtlichen "Grund" ?

Die Beschreibung von HWB klingen nach einem ausgefüllten Leben - um so schwerer fällt es Außenstehenden, das zu verstehen.

Selbstmorde gab es in der Familie meines Stiefvaters sogar 2 - aber ich kannte die Leute nicht, ist Jahrzehnte her.
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Autor Thema: Trauerthread Privat(Gelesen 47568 mal)
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« Antworten #564 am: 04 Juni 2019, 11:45:20 »

Depressionen sind was Furchtbares. Kann sich keiner vorstellen, wie sich das anfühlt, der das nicht hat oder gehabt hat. Das ist mehr als nur mal "schlechte Laune" oder mal ein bisschen niedergeschlagen sein. Und sowas kann man auch ohne erkennbaren Grund bekommen, genau wie Schilddrüsenunterfunktion oder Diabetes ... endogene Depression, das ist sowas wie eine Stoffwechselstörung im Gehirn, und solche Sprüche wie "reiß dich einfach mal zusammen", "mach doch einfach ein bisschen Sport", "geh einfach mal draußen spazieren, dann wird das schon" helfen da überhaupt nicht weiter.
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« Antworten #565 am: 04 Juni 2019, 12:53:58 »

Ein depressiver möchte im Grunde nicht sterben, aber oftmals sehen sie das als einzige "Möglichkeit" der Hölle im Kopf aus dem Weg zu gehen. Da ich tagtäglich damit zu tun habe, weiß ich, dass die Mehrzahl leider immer noch nicht damit umgehen kann, wenn jemand sagt, dass er sich schlecht fühlt bzw. depressiv ist. Dabei ist ja gut, wenn die Betroffenen darüber reden und es nicht in sich hineinfressen.
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Autor Thema: Trauerthread Privat(Gelesen 47568 mal)
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« Antworten #566 am: 04 Juni 2019, 17:18:16 »

Ein depressiver möchte im Grunde nicht sterben, aber oftmals sehen sie das als einzige "Möglichkeit" der Hölle im Kopf aus dem Weg zu gehen.

Ich denke, das beschreibt es sehr gut. Und endogene Depressionen haben, wie gesagt, nix mit den äußeren Lebensumständen zu tun. Das scheint einen in jeder Lebenssituation anfallen zu können.

Es gibt auch noch die reaktive Depression, heut auch unter dem Namen "Anpassungsstörung" bekannt. Das kenne ich. Aber ich könnte trotzdem keinem anderen Betroffenen helfen. Kannste nicht als Laie.

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Autor Thema: Trauerthread Privat(Gelesen 47568 mal)
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« Antworten #567 am: 04 Juni 2019, 17:54:06 »

Zunächst einmal wünsche ich den Angehörigen und Freunden den Glauben, das Vertrauen und die Gewissheit, dass sie keine Schuld auf sich geladen haben, gleichgültig was vorher war.

@Girlie schön gesagt.

Für nicht depressive Menschen ist es schwer, eine Depression nachzuvollziehen. Hier mal ein Beispiel. Ein Merkmal der Depression kann Antriebslosigkeit sein.  Man schreibt in Word einen Brief, formuliert noch ein wenig um, formatiert, wandelt das Teil in .pdf um. Anschließend will man die pdf-Datei an ein Mail anhängen, öffnet das Mail-Programm, tippt die Adresse des Empfängers ein – ebenso den Betreff, schreibt noch irgendeinen Blödsinn nach dem Motto Sehr geehrte …, in Anlage erhalten Sie… und ist dann auf einmal nicht mehr in der Lage, die Mail zu versenden, weil es eh sinnlos erscheint. Jeder Gesunde MUSS da doch denken, dass das doch nicht so schwer sein kann. Und ja, das kann ich sogar verstehen.

Ein anderes Beispiel. Ein sportlicher Mensch trainiert auf einen Marathon. Der große Tag der Veranstaltung ist da.  Der Startschuss fällt und er rennt los. Es läuft gut und er hat bei der letzten Verpflegungsstation noch einmal gut etwas abfassen und sich stärken können. Der Abschluss findet auf einer 400 Meter Bahn in einem Stadion statt. Beim Einlauf verspürt er einen Stich im Oberschenkel. Er quält sich weiter, bricht aber 50 Meter vor dem Ziel zusammen und kommt nicht ins Ziel. Jeder leidet mit und hat Verständnis, denn schon vielen hat der eigene Körper mal einen Streich gespielt. Dabei kann doch fast jeder von uns mal 50 Meter laufen.

Der Unterschied bei einem depressiven Menschen ist dabei nur, es spielt sich alles unsichtbar im Kopf ab.

Ich möchte mit dem Beispiel um etwas(!) Verständnis für depressive Menschen werben. Kein Gesunder, auch als Angehöriger, muss permanent Rücksicht, Mitleid (erst recht nicht), in Watte packen, oder permanentes Verständnis üben. Versucht sie nur soweit zu stärken, dass sie sich in professionelle Hilfe begeben, damit habt ihr schon eine ganze Menge getan.

Bitte entschuldigt mein OT.
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« Antworten #568 am: 05 Juni 2019, 00:28:12 »

Und wenn man so aufwächst, dass sich das ganze Leben um einen depressiven/bipolaren Elternteil dreht, wenn man in permanenter Angst lebt, dass derjenige sich was antut (und er es auch x-Mal versucht), dann ist das wirklich eine üble Sache.
Ich bin ja auch betroffenes Kind und bin daher immer mit meinem Mitgefühl eher auf der Seite der betroffenen Angehörigen. Im Leben von den depressiv erkrankten Menschen dreht sich ALLES nur um sie selbst und ich kann das ganz schwer aushalten.
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« Antworten #569 am: 05 Juni 2019, 00:42:50 »

Und wenn man so aufwächst, dass sich das ganze Leben um einen depressiven/bipolaren Elternteil dreht, wenn man in permanenter Angst lebt, dass derjenige sich was antut (und er es auch x-Mal versucht), dann ist das wirklich eine üble Sache.
Ich bin ja auch betroffenes Kind und bin daher immer mit meinem Mitgefühl eher auf der Seite der betroffenen Angehörigen. Im Leben von den depressiv erkrankten Menschen dreht sich ALLES nur um sie selbst und ich kann das ganz schwer aushalten.

Ich kenne da leider auch einen Fall, in dem die Angehörige gelitten hat. Es ist eine gute Freundin von mir. Ihr Mann bekam Depressionen. Es war wohl sehr schlimm. Er ging noch arbeiten, aber sowie er zu Hause war, fiel er in sich zusammen. Es gab kein Familienleben mehr. Sie stieg nach vorherigen Teilzeittätigkeiten wieder voll in den Beruf ein, weil sie ständig Angst hatte, er fällt demnächst aus. Einarbeiten, Aufstieg, Überstunden, das volle Programm. Die Kinder waren zu der Zeit 12 und 16 ungefähr und seitdem quasi tagsüber auf sich gestellt. Klingt jetzt nicht so schlimm, war aber trotzdem nicht einfach, wenn die Mutter erst gegen 19.30 Uhr nach Hause kommt. Der Vater arbeitete ja auch noch, war zwar eher zu Hause, aber bekam ja nichts gebacken. Er saß auf der Couch und dachte nach.

Er ging dann in eine Therapiegruppe, diese fuhr zu einem Workshop in die Toscana. Nachdem er wieder zu Hause war, sagte er zu meiner Freundin: "Ich liebe dich nicht mehr, ich fühle mich immer so klein neben dir. Du schaffst soviel und bist so stark." Packte seine Sachen, zog zu einer anderen Teilnehmerin der Gruppe und hat seitdem eine "neue Familie".

Meine Freundin fragt mich heute noch, was sie anders hätte machen sollen. Sie hatte ständig Angst, dass er demnächst als Verdiener ausfällt und muste deshalb "so stark" sein.
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« Antworten #570 am: 05 Juni 2019, 09:40:38 »

Die Freundin hatte ja kaum eine andere Wahl als stark zu sein ... sie musste irgendwie die Familie durchbringen. Manchmal kannste machen, was du willst - du bist hinterher immer der Gearschte.
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« Antworten #571 am: 05 Juni 2019, 10:57:15 »

Ich hätte es grad genau so gemacht - wie man's macht, ist es falsch, also mach ich es so, wie es mir am besten passt ... hätte sie sich zu ihm auf's Sofa gesetzt, wäre es finanziell den Bach runter gegangen. Und mit der neuen Freundin ... da haben sich vielleicht nur zwei Ertrinkende aneinander geklammert ...
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« Antworten #572 am: 05 Juni 2019, 10:57:19 »

Salessia, sowas ähnliches hab ich auch im Freundeskreis... das war für uns alle so unfassbar..... Die Begründung war nahezu die gleiche!
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salessia
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« Antworten #573 am: 05 Juni 2019, 11:01:46 »

Und mit der neuen Freundin ... da haben sich vielleicht nur zwei Ertrinkende aneinander geklammert ...

Das habe ich auch vermutet und dachte, das hält sicher nicht lang. Aber sie sind noch immer zusammen. Bestimmt schon über 5 Jahre.

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« Antworten #574 am: 05 Juni 2019, 11:23:15 »


Immerhin hatte er noch die Energie, eine neue Beziehung einzugehen.  Wink Das ist bei Depressionen wohl auch nicht selbstverständlich.

Und wenn man so aufwächst, dass sich das ganze Leben um einen depressiven/bipolaren Elternteil dreht, wenn man in permanenter Angst lebt, dass derjenige sich was antut (und er es auch x-Mal versucht), dann ist das wirklich eine üble Sache.
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Das kann ich gut verstehen.


@Herbi:  danke für das gut erkärte Beispiel. Ich finde das wirklich hilfreich und auch gar nicht OT. Grade wenn man wie ich - glücklicherweise - noch keine nähere Berührung mit diesem Thema hatte, hilft Dein Posting sehr, das ein wenig besser zu verstehen. Ich wäre da zugegebenermaßen wahrscheinlich auch nicht sehr geduldig.
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