Autor Thema: Geschichte und Archäologie  (Gelesen 32614 mal)

Offline das Glückskind

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Geschichte und Archäologie
« Antwort #25 am: 13 Juni 2014, 14:28:26 »
Ich muss ganz ehrlich sagen, ich hätte damals lieber darauf verzichtet, nach Buchenwald zu fahren. Ich hatte regelrecht Angst davor. Aber wir mussten alle.
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Offline Rennbiene

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Geschichte und Archäologie
« Antwort #26 am: 13 Juni 2014, 17:16:45 »
Ich bin ja noch mal eine Ecke älter, als Du.
Bei uns war es noch schlimmer, wir sind bereits in der 2. oder 3. Klasse in Sachsenhausen gewesen.
Und immer und immer wieder Geschichten, Erzählungen usw. Irma Gabel-Thälmann war an unserer Schule und hat en detail erzählt.
Im Nachhinein schrecklich.
Ich habe in meiner gesamten Kindheit Albträume gehabt und immer wieder vom Krieg geträumt, obwohl ich ihn ja selber nicht erlebt habe. Von fallenden Bomben, von Verhaftungen usw. Manchmal träume ich heute noch davon.
Circa. mit 12 habe ich von Eltern von Mitschülern erfahren, dass unsere sowjetischen Waffenbrüder sich im und nach dem Krieg nicht ganz so heldenhaft und freundschaftlich verhalten haben, wie wir es in der Schule gelernt haben. Irgendwie ahnte ich aber damals schon sehr genau, dass das ein Tabuthema war.
Später habe ich darüber auch mit meiner Mutter gesprochen, und sie erzählte mir, dass sie das große Glück hatte, dass der Krieg und die Kämpfe ungefähr 4 oder 5 Querstraßen vor ihrem damaligen zuhause zu Ende war. Und damit sind sie von diesen ganzen Nachkriegsgräuel im wesentlichen verschont geblieben.

Mit 14 waren weder natürlich auch in Buchenwald und mit 16 oder 17 war ich mit meinen Eltern in Auschwitz. Vor 3 Jahren war ich nochmal in Ravensbrück, dummerweise sehr früh am Morgen und ganz alleine im gesamten Lager, das war keine besonders schöne Erfahrung.
Und danach habe ich beschlossen, dass für mich dieses Thema durch ist.
Ich schaue mir keine Filme mehr an, ich lese keine Bücher mehr darüber und ich gehe in keine Ausstellungen, Dokumentationen  und sonst irgendwas.
« Letzte Änderung: 13 Juni 2014, 17:18:59 von Rennbiene »
Berlin ist größer, als die Meisten denken.  Die größte Ausdehnung des Stadtgebiets in Ost-West-Richtung beträgt rund 45 km, in Nord-Süd-Richtung etwa 38 km.
In diesem Sinne …
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Offline Oldfield

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Geschichte und Archäologie
« Antwort #27 am: 13 Juni 2014, 17:43:48 »
Und danach habe ich beschlossen, dass für mich dieses Thema durch ist.
Ich schaue mir keine Filme mehr an, ich lese keine Bücher mehr darüber und ich gehe in keine Ausstellungen, Dokumentationen  und sonst irgendwas.

Das ist zu respektieren. Ich persönlich glaube, dass ich mit dem Thema nie "durch" sein werde. Letztlich läuft bei mir jede Konfrontation damit darauf raus, dass ich es nicht fassen kann, und das wird wohl auch nicht aufhören. Jedenfalls kann ich mir das nicht vorstellen.

Wo mir dagegen der Hut hochgeht, das sind die immer wieder zu vernehmenden Rufe nach einem "Schlussstrich", und "Irgendwann ist doch mal gut" usw. - man kennt das ja. (Um Missverständnissen vorzubeugen: So habe ich Rennbienes Bemerkung jetzt auch nicht interpretiert, sondern das kam mir, wie auch das Folgende, lediglich als weiterführender Gedanke.)
Als ob das irgendwie Sinn machen würde: Geschichte gut sein lassen. Unter Karl den Großen oder die Französische Revolution kann ich auch keinen "Schlussstrich" ziehen (und da fordert das ja komischerweise auch keiner). Ich kann mich nur damit befassen und versuchen, Zusammenhänge zu verstehen. Und darum geht es ja letztlich. Und das hat auch nichts mit "Ewiger Schuld" zu tun, wie es ja auch immer wieder heißt. Den Schuh zieht sich m.E. nur an, wer sich nie ernsthaft mit dem Thema auseinandergesetzt hat oder das nicht tun will.
Uralter Muff und doch immer neu – Lindenstraße, wir bleiben dir treu.

Offline Rennbiene

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Geschichte und Archäologie
« Antwort #28 am: 13 Juni 2014, 18:04:48 »
ich bin vollkommen Deiner Meinung, dass man da nie einen Schlussstrich ziehen darf und es auch nicht irgendwann mal gut ist.
Das ist ja auch etwas ganz anderes, wie ich finde.
Berlin ist größer, als die Meisten denken.  Die größte Ausdehnung des Stadtgebiets in Ost-West-Richtung beträgt rund 45 km, in Nord-Süd-Richtung etwa 38 km.
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Offline nonoever

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« Antwort #29 am: 13 Juni 2014, 18:38:48 »
Ich werde in der nächsten Woche mit dem strafbaren Teil der Verharmlosung von NS-Verbrechen zu tun haben. Volksverhetzung, genauer gesagt § 130 Absatz 3 StGB:

"(3) Mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer eine unter der Herrschaft des Nationalsozialismus begangene Handlung der in § 6 Abs. 1 des Völkerstrafgesetzbuches bezeichneten Art in einer Weise, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören, öffentlich oder in einer Versammlung billigt, leugnet oder verharmlost."


Ein im Beritt ansässiger SPD-Ortsbürgermeister ist so ca. Anfang 2012 zur NPD übergetreten und veröffentlicht auf seiner Internet-Seite seitdem revisionistische und zum Teil strafbare Beiträge.
Der Fall ging ordentlich durch die Presse, sogar im Fo*us stand dazu etwas.
Nun ja, im Herbst letzten Jahres ist er verurteilt worden und natürrlich hat er gegen das Urteil Berufung eingelegt.
Nächste Woche findet hier die Berufungsverhandlung statt und mich hat das Los, in die Bütt zu müssen, getroffen.
Es wird extra Sicherheitsvorkehrungen geben und eine Menge Leute aus Ämtern, die nicht genannt werden dürfen, werden in Zivil der Verhandlung beiwohnen.
Der Kerl selber hat auf seiner Seite seine Kumpane zum reichlichen Erscheinen aufgefordert, wie ich heute ergoogelt habe. Er hat nur das Datum der Verhandlung nicht öffentlich gepostet. Das geht wahrscheinlich in intimo vor sich.

Nun, ich bin mal gespannt darauf, wie es laufen wird.....
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Offline Miracoli

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« Antwort #30 am: 13 Juni 2014, 18:48:54 »
Es gibt Unbelehrbare, die anscheinend einfach nichts verstanden haben.

Das wird eine unangenehme Erfahrung werden, unglaublich dass jemand mit solch einer Gesinnung Bürgermeister werden kann bzw. bleibt? Oder ist der abgesetzt inzwischen?

Die NPD an sich ist ja (noch) nicht verboten, die bewegt sich so wie es aussieht haarscharf grad so innerhalb des legalen Rahmens.

Bleib schön hart!

Offline nonoever

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« Antwort #31 am: 13 Juni 2014, 18:50:59 »
Er ist im Moment suspendierter Bürgermeister, da der Ausgang des Verfahrens abgewartet wird.  Und er war ja zunächst lange Jahre SPD-Mitglied und hat sich dann umorientiert.
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Offline Miracoli

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« Antwort #32 am: 13 Juni 2014, 18:54:59 »
Also bezieht er weiterhin sein Gehalt, falls ich das richtig sehe.

Offline bockmouth

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« Antwort #33 am: 13 Juni 2014, 18:57:40 »
Nono, was heißt denn "ein im Beritt ansässiger Bürgermeister"?

Ansonsten sollte man solche Typen mal mittelstark auf die Finger klopfen...

Ich finde es auch zum Kotzen, wenn man so hört, man solle diese Zeiten endlich mal gut sein lassen...

Das geht gar nicht...
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Offline Miracoli

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« Antwort #34 am: 13 Juni 2014, 19:00:57 »
Könnte in Sachsen Anhalt sein, Gemeinde Krauschwitz.

Offline nonoever

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« Antwort #35 am: 13 Juni 2014, 19:01:00 »
Quatsch, ich habe mich vertan.

Er ist zwischenzeitlich in Rente und war vorher ehrenamtlicher Ortsbürgermeister. Als solcher hat er wohl nur eine "Aufwansentschädigung" bezogen. Aber so genau weiß ich das nicht, da ich mit diesem Verfahren bislang nichts zu tun hatte.
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Offline nonoever

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« Antwort #36 am: 13 Juni 2014, 19:02:57 »
Nono, was heißt denn "ein im Beritt ansässiger Bürgermeister"?


...teilt mit, dass er im hiesigen Zuständigkeitsbereich tätig war, eben im Beritt.  ;)
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Offline Philo

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« Antwort #37 am: 13 Juni 2014, 19:09:08 »
Den Begriff "Beritt" kannte ich auch nicht.

Aber Nono, kann es sein, dass du mittlerweile "meinereiner"-geschädigt bist?  :biggrin:
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Offline nonoever

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« Antwort #38 am: 13 Juni 2014, 19:10:03 »
 :ohnmacht:

Stimmt

 :biggrin:
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Offline Oldfield

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« Antwort #39 am: 13 Juni 2014, 22:57:14 »
ich bin vollkommen Deiner Meinung, dass man da nie einen Schlussstrich ziehen darf und es auch nicht irgendwann mal gut ist.
Das ist ja auch etwas ganz anderes, wie ich finde.

 :gung:
So wollte ich mein Posting auch verstanden wissen.  :shake:
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Offline EdnaKrabappel

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« Antwort #40 am: 28 Juni 2014, 22:12:22 »
Ein interessanter Artikel aus der ZEIT:

http://www.zeit.de/wissen/2014-06/neandertaler-kot-ernaehrung

Archäologe kann auch ein Scheißjob sein  ;)

Offline D21

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Offline Oldfield

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« Antwort #42 am: 14 Juli 2014, 16:52:24 »
Heute vor 225 Jahren wurde die Bastille gestürmt.
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Offline zuiop

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Offline Oldfield

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« Antwort #44 am: 14 Juli 2014, 17:09:12 »
Mist.  :biggrin:
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Offline das Glückskind

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« Antwort #45 am: 14 Juli 2014, 17:12:09 »
1407 ist zufällig mein Autokennzeichen. Lässt sich gut merken.  Auch wenn's nun doch nicht so richtig stimmt.  ;)
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Offline Sam

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« Antwort #46 am: 14 Juli 2014, 17:34:24 »
Oder auch nicht.
http://www.welt.de/kultur/history/article12033435/Revolution-Es-gab-gar-keinen-Sturm-auf-die-Bastille.html

ja, ich hab hier ein Buch mit "Geschichtsirrtümern", das hat mich auch völlig desillusioniert   :biggrin:
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Offline Philo

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« Antwort #47 am: 14 Juli 2014, 17:46:19 »
Heute vor 225 Jahren wurde die Bastille gestürmt.

Und heute vor 25 Jahren war ich auf einem Campingplatz in Frankreich.  :smile:
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Offline Sam

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« Antwort #48 am: 14 Juli 2014, 17:48:07 »
wurde der gestürmt?   :biggrin:
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Offline Philo

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« Antwort #49 am: 14 Juli 2014, 17:52:44 »
Nee, aber wir haben de Ort zwecks Party gestürmt.  :smile:
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