Autor Thema: Fussball - das Runde muss ins Eckige bzw. nach dem Spiel ist vor dem Spiel  (Gelesen 95493 mal)

Offline Schildkröte

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Ich finde es ehrlich gesagt völlig egal, was "normal" ist und was nicht. Es sollte einfach generell kein Thema sein, was ein Fußballer in seinem Privatleben anstellt, so lange er sich an geltende Gesetze hält und keinem irgendwie schadet. An sich geht es ja auch keinen was an, ob jemand einen Partner, eine Partnerin, oder was auch immer hat. Aber nein, wenn jemand keine Begleitung vorzuweisen hat, wird immer gleich spekuliert, blablabla. Das finde ich so schade.
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Offline taube73

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Mir gefiel der Absatz, in dem formuliert wird, dass dann ein Wettbewerb entsteht, wer am tolerantesten mit der Nachricht umgehen würde.


Absurd ist das nämlich. Hauptsache, ich mach auch noch ganz deutlich, wie egal mir das alles ist. Das ist wie Sylvie Meis, die ja nieeeeeeee in die Öffentlichkeit wollte mit ihrem Privatleben, jetzt aber in der Bild jeden Tag irgendwas aus ihrem Leben labert.
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Offline Schildkröte

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Und die nächste Nachricht:

WM 2022 wird nicht im Sommer stattfinden

Ausweichtermin zwischen November und Januar. Immerhin machen sie das sinnvollste aus dieser dämlichen Entscheidung. Jetzt müssen zumindest nicht die Stadien mit enormen Energieaufwand runtergekühlt werden.

Oder auch nicht:
Widerspruch Fifa-Vize
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Offline das Glückskind

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Ich finde es auch gut, dass sich endlich ein Fußballer geoutet hat.

Obwohl es eigentlich auch schade ist, dass man sich überhaupt outen muss. Kein heterosexueller Spieler muss das tun... das ist ja schließlich der "Normalzustand".

Es wäre noch wünschenswerter, wenn auch die Homosexualität als Normalzustand angesehen würde und nicht ein großes Thema in den Medien. Spieler X lebt einfach ganz normal mit einem Mann zusammen, ohne das das ganze als etwas besonderes angesehen ist.

So seh ich das auch.

Mir gefiel der Absatz, in dem formuliert wird, dass dann ein Wettbewerb entsteht, wer am tolerantesten mit der Nachricht umgehen würde.


Hehe, da ist was dran. (Und den Wettbewerb gewinne natürlich sowieso ich.   :tounge: )
« Letzte Änderung: 08 Januar 2014, 16:01:49 von das Glückskind »
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Offline markus

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Zitat
+++++++++++ Offener Brief von Arnd Zeigler +++++++++++++++

 "Lieber Thomas Hitzlsperger,

 wenn ich ehrlich sein darf: Über keine Fußballmeldung habe ich mich in letzter Zeit so sehr gefreut wie über Dein heutiges, sehr privates und eigentlich auch nicht spektakuläres Bekenntnis, Du habest erkannt, dass Du lieber mit Männern als mit Frauen lebst.

 Und mir hat besonders genau diese Formulierung gefallen. "Lieber mit Männern leben" ist schließlich nichts weiter als der Ausdruck des eigentlich ja selbstverständlichen Grundrechts, selbstbestimmt leben zu wollen. Ohne Versteckspiel, ohne Lügen, ohne Verzicht auf das, was jeder Mensch leben können sollte: Ein erfülltes Privatleben mit einem Menschen, den man liebt.

 Bislang hatten ähnliche Nachrichten immer noch den piefigen, verstaubten Beiklang: "Endlich hat einer zugegeben, dass er anders ist!" Deine Worte aber klingen nach einer von Dir angestrebten und gelebten, aber noch nicht bis in die (wunderbare) Welt des Fußballs vorgedrungenen Normalität.

 Ehe Du mit Deinen Aussagen die heutige Presselandschaft gerockt hast, besaß das Thema Homosexualität im Fußball immer den Beigeschmack einer weit entfernten Randgruppen-Nische: Schwule Fußballer, das waren bislang Beinahe-Ex-Profis, schwedische Zweitligaspieler oder US-Amerikaner; deren Namen wir nie zuvor gehört hatten. Auch deren öffentliche Coming Outs waren mutige, menschlich extrem hoch zu bewertende Aktionen, die weitergeholfen haben. Aber sie haben auch den Eindruck vermittelt, dass es für prominente Fußballer auch im Jahr 2014 noch eine zu große Klippe darstellen dürfte, einen ähnlichen Weg zu wählen. Und dann kommst Du: Ein Ex-Nationalspieler mit über 50 Länderspielen, der beim DFB schon einmal die Kapitänsbinde getragen und als Spieler unseres WM-Aufgebotes am Sommermärchen 2006 mitgewirkt hat. Und der erkannt hat, dass er schwul ist. Und der das offen sagt.

 Wenn ich mir an diesem Tag etwas für Dich wünschen darf, dann das: Mögen meine Kollegen von der Presse ihre Aufgeregtheit etwas im Zaum halten und das Thema Homosexualität ebenso respektvoll behandeln wie Deine Privatsphäre und Dein Leben, das jetzt nach dem Ende Deiner Profikarriere vielleicht erst so richtig neu beginnen wird.

 Eines sollte leider auch klar sein: Auch Deine Offenheit ist nur ein winziger Schritt in Richtung einer längst überfälligen Normalität. Aber von allen winzigen Schritten ist es bisher der Gewaltigste

 Danke dafür!

 Dein Arnd Zeigler"

Dem ist nichts hinzuzufügen!
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Offline taube73

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 :gung:

wir müssen eigentlich dahin kommen, dass wir sagen: "Der ist schwul - na und?" oder "WAAAAAAAAAAS - der ist HETERO???????"

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Offline das Glückskind

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Nein, wir müssten dahin kommen, dass die Sexualität überhaupt nicht mehr thematisiert wird.  :smile:
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Offline taube73

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Aber wir wollen schon noch wissen, wer mit wem und so - Tratsch muss schon noch erlaubt sein.

Ansonsten hast Du natürlich auch Recht.

Ich wünsch mir eine unverkrampfte "Egalhaltung".
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Offline markus

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Ich will das nicht wissen. Aber wahrscheinlich bin ich nicht repräsentativ  :smile:.
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Offline bockmouth

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Ich fand den Hitzlsberger eigentlich immer attraktiv mit seinen Gesichtszügen....

Aber boah, der hat über 50 Länderspiele? Bei dieser Quizfrage hätte ich versagt!

Aber klasse, dass er sich geoutet hat. Mit wem er zusammenlebt und falls ja, warum nicht - ist sein Problem...

Es gab ja schon mal definitiv einen bekannten schwulen Bundesliga-Fußballer: Heinz Bonn, der ist nach seiner Karriere von einem Stricher umgebracht worden...
Münster ist größer, als die meisten denken. In Ost-West-Richtung 20,6 km, in Nord-Süd-Richtung 24,4 km.

Offline Schildkröte

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Aber wir wollen schon noch wissen, wer mit wem und so - Tratsch muss schon noch erlaubt sein.

Ansonsten hast Du natürlich auch Recht.

Ich wünsch mir eine unverkrampfte "Egalhaltung".
Nun betrifft sowas ja immer zwei Leute und der oder die andere muss auch in die Öffentlichkeit wollen. Ich finde, wir sollten viel mehr respektieren, wenn Leute das eben nicht wollen. Andererseits denke ich, es wäre schön, man könnte, wenn man wollte, ganz einfach über eine gelebte Partnerschaft reden, die einem ja vermutlich am Herzen liegt und auch in schweren Zeiten Kraft gibt etc., ohne dass rumspekuliert werden muss. Da lobe ich mir mal ausnahmsweise das Finnische, in dem es kein "er" und "sie" gibt.

Ich will das nicht wissen. Aber wahrscheinlich bin ich nicht repräsentativ  :smile:.
Offenbar nicht.

Ich fand den Hitzlsberger eigentlich immer attraktiv mit seinen Gesichtszügen....
Jetzt nicht mehr? ;)
Bzw. wird ihn das ggf. einfach mal freuen, wenn ihn ein gestandener Mann wie Du attraktiv findet :smile:
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Offline bockmouth

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Doch natürrrlich, jetzt auch noch, hab aber schon lange kein Foto von ihm gesehen... :smile:
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Offline Schildkröte

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Das musste ich einfach fragen, Bocki. Nix für ungut  :smile:
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Offline taube73

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Schildi, ich mein ja auch, die die sich über mangelnden Respekt vorm Privatleben in jeder Boulevardsendung und in der BILD beschweren. Wie die Sylvie z.B.

Es gibt ja auch welche, die unbedingt betratscht werden wollen.


Denen tu ich dann den Gefallen.
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Ich weiß doch, taube! Ich wusste irgendwie, dass ich das missverständlich geschrieben habe  :(
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Offline taube73

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Macht nix - ich hab's schon richtig verstanden  ;)

Hoffentlich hat der Thomas auch nen richtig coolen Partner!
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Offline doozer

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Für den Fußball ist so ein freiwilliges Coming-Out auf jeden Fall ein Gewinn!
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Mir fällt aber bereits auf, dass sich (bisher) verschwindend wenige (deutsche) aktive (National-)Spieler dazu (öffentlich) äußern. Ausnahme: Podolski.
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Offline Schildkröte

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Im Frauenfußball ist es ja kein (? zumindest ein insgesamt deutlich geringeres, offenbar) Problem, sich als lesbisch zu outen. Mal abgesehen von den generellen Animositäten, die einem dann in der Gesellschaft begegnen. Kommt allerdings vermutlich mal wieder von den Vorurteilen, die man so in der Gesellschaft hat was die Sportart und die zugeschriebenen Eigenschaften angeht... Insgesamt scheint es ja bei Mannschaftssportarten schwieriger zu sein als als Individualsportler, oder habe nur ich diesen Eindruck?
« Letzte Änderung: 09 Januar 2014, 16:12:35 von Schildkröte »
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Offline salessia

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Das ist doch klar, Schildkröte. Fußball können nur echte Männer spielen und schwule Männer sind keine echten Männer. Lesbische Frauen sind aber keine echten Frauen sondern halbe Männer, das passt schon...  ;)
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Offline Schildkröte

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Das meinte ich mit den Vorurteilen der Gesellschaft. Du sagst es eben direkter.
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Offline doozer

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Und Frauenfußball interessiert eh keine S@u.  :tounge: Nee, Ihr habt schon Recht. Genau so ist es! Um den soziokulturellen Hintergrund (huch wie klingt das gebildet) zu durchleuchten, ist vielleicht der Schön-warm-Fred besser geeignet. *vorschlag*
Aber weil  ausgerechnet/nur im (Männer-)Fußball solch ein Coming-Out bahnbrechend und schlichtweg historisch ist, ist im speziellen Fall von Herrn H. dieser Fußball-Fred besser.
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Offline salessia

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Aber die Schwulen Heinzis lesen das hier nicht, weil sie sich ja nicht für Fußball interessieren (dürfen).  :biggrin:
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Offline doozer

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 :tounge: Dann können wir ja ganz entspannt hier unseren ungeprüften Senf abgeben  8)
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So viel positive Resonanz bekommt er! Das erleichtert mich sehr und freut mich für ihn.
Mir fällt aber bereits auf, dass sich (bisher) verschwindend wenige (deutsche) aktive (National-)Spieler dazu (öffentlich) äußern. Ausnahme: Podolski.

Ja, aber müssen die das denn? Vielleicht ist das denen ja völlig egal.

Also langsam hat für mich diese übermäßige Lobhudelei und Berichterstattung (gestern war es in der Tagesschau  :ohnmacht: ) schon fast einen negativen Aspekt - damit wird ja immer noch das "Besondere", also letztlich doch wieder das "Andere" betont, versteht ihr, was ich meine? Wie ich gestern schon schrieb: meiner Meinung nach ist wirkliche Toleranz erst dann erreicht, wenn einer sich outet und niemand ein Wort darüber verliert. Jetzt müssen sich irgendwie alle damit überschlagen, zu zeigen, wie super-tolerant sie doch sind (diese Wettbewerbssache, von der taube gestern schon schrieb) - man könnte fast auf die Idee kommen, dass diejenigen, die am lautesten "Hurra" schreien, insgeheim doch ein Problem damit haben, von dem keiner was mitkriegen soll.  :diablotin:
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Offline markus

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Glückskind, das wäre natürlich das Ideal. Hoffentlich ist es bald soweit, dass das kein großes Thema mehr ist. Am besten wäre es wahrscheinlich, wenn sich von jedem Bundesligaverein ein Spieler outen würde, dann würden die Fans vielleicht nicht so rumpöbeln, wenn sie selbst "so einen" in der Mannschaft haben  :biggrin:.
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